Beispiel Hühnermast

Platzangst

Platzangst haben Tiere in der Maschinerie der industriellen Geflügelmast sicherlich auf manche Weise. 

Die Bilder auf unserer Seite Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster in-Bildern zeigt wie dicht diese Tiere aufeinander leben, daß dies zu Kannibalismus und anderen Problemen wie schlechte Befiederung, kaputtem Sozialverhalten usw. führt.  Dies wird gegenüber dem Befinden im natürlichem Umfeld gegenüber gestellt.  Hier geht es um Platzangst, wie das Wort ursprünglich gemeint war, wie es im Wörterbuch interpretiert wird.

Es gibt aber auch den Witz:  Frage: Was sagt ein Luftballon zum anderen?  Antwort: Ich habe Platzangst!  Dies ist die Bedeutung die wir hier im Zusammenhang mit der Hühnermast beleuchten wollen, denn Hähnchen aus der heute üblichen Aufzucht haben PLATZANGST.

 


So sehen Küken im Alter von 28 Tagen bei natürlicher Haltung, Freilandhaltung mit niedriger Bestandsdichte, aus.  Sie sind noch Babys, sowohl vom Gewicht als auch vom Verhalten.  Sie laufen mit der Mutter, der Glucke, diese zeigt ihnen Leckerbiss (die durchaus auch vom Misthaufen sein können), sie wärmt sie und beschützt sie vor anderen Hühnern oder auch gegen Gänse, Katzen, Hunde usw.

All das haben Hühnerbabys aus der industriellen Haltung nicht.  Sie haben nur eines: Fressen.  Bei Tagen von 8 Stunden und Nächten von 4 Stunden fressen sie bis zum Umfallen.  So haben sie im Babyalter von 28 Tagen im Schnitt fast 1 kg Gewicht, also die Hälfte dessen, was die Glucke im Bild auf die Waage bringt.  Die Gewichtzunahme soll nun laut Informationsblatt der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen 50 g am Tag betragen, das ist soviel wie unsere Küken nach vier Wochen wiegen!   Spätestens eine Woche später werden die meisten Masthähnchen geschlachtet sein, was auch gut so ist, denn ihr Skelett, ihre Organe können dieses von der Natur her nicht vorgesehene Gewicht nicht verkraften, und lebenswert war dieses Leben so sowieso nicht.  Einige Kollegen, die nicht die Kurzmast sondern die Mittellang- oder Langmast durchlaufen, werden noch bis zu 5 Wochen länger gequält, um dann mit bis zu 3.000 g geschlachtet zu werden, ohne jemals gelebt zu haben, wie unsere Küken, die in dem Alter gerade mal anfangen ihre Jugend in vollen Zügen zu geniesen, ihren Platz im sozialen Gefüge einzunehmen.  Erst mit etwa 9 Monaten werden sie ausgewachsen sein, dafür aber pumperl gesund sein.

 
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